Travel the World

Eine lächerliche Flugstunde von Bangkok entfernt und wir fühlen uns zurückversetzt in eine Welt, wo die Zeit stehengeblieben zu sein scheint. Denn Myanmar (oder auch Burma genannt) ist anders. Anders als alle anderen Länder dieser Welt.

Wir heissen euch willkommen in einem Land ….

… wo die Landesfarbe nicht Rot oder Blau, sondern Gold ist. Wenn wir nur ein Wort hätten, um die eindrücklichste Erinnerung an Myanmar zusammenzufassen, wäre es wahrscheinlich: Gold. Schon auf dem Weg nach Yangon sieht man von weitem die golden funkelnde Shwedagon Pagode über der Stadt thronen. Die Flüsse des Landes sind reich an Gold und in jeder Stadt finden sich zahlreiche Goldhändler. Überall leuchten goldene Stupas auf den Hügeln, goldene Buddha-Statuen finden sich im noch so kleinsten Tempel und gläubige Pilger bringen ihre Ehrerbietung durch das Aufkleben von Blattgold auf die verehrten Statuen zum Ausdruck. Ganz klar: Keine Farbe charakterisiert Myanmar so sehr wie Gold.

… wo Thanaka vor Sonnenbrand schützt. Diese nationale Besonderheit fällt ins Auge und ist mit das erste, das uns in Myanmar auffällt: Mehrheitlich Frauen und Kinder haben eine hellbraune Paste im Gesicht aufgetragen. Mal kunstvoll in Spiralen, Punkten und feinen Mustern auf Wangen und Stirn, mal grossflächig im ganzen Gesicht wie zu helles Make-up. Diese Paste ist Sonnenschutz, Kosmetik und Schmuck zugleich. Sie wird aus der zerriebenen Rinde und dem Mark des Thanaka-Baumes hergestellt und zum Auftragen mit Wasser vermischt. Laut den Einheimischen ist Thanaka die Erklärung dafür, warum Burmesen – anders als die meisten anderen Asiaten – nicht an Hautproblemen leiden.

… wo Männer und Frauen Röcke tragen. Der Longyi ist das überwiegend getragene Kleidungsstück von beiden Geschlechtern. Die Damenlongyis gibt es in den verschiedensten, wunderbar gewebten Designs. Die Männervariante ist kariert und eine Art breiter Stoffschlauch. Nachdem Retos Elefäntli – Rock aus Thailand die Männer in Burma zum Schmunzeln brachte, hat er sich auch einen äusserst maskulinen Longyi für umgerechnet 6 Fr. gegönnt… 🙂

… wo jeder einmal Mönch sein muss. Die Menschen in diesem streng gläubigen Land sind mehrheitlich buddhistisch. In Tempeln legen sie Opfergaben ab, beten weltvergessen und zünden Räucherstäbchen an. Der Glaube in diesem Land ist so stark, dass fast jeder Mann im Laufe seines Lebens zweimal ins Kloster geht und die roten Roben überstreift. Jeden Morgen ziehen Scharen der Mönche von Haustür zu Haustür, um Almosen zu empfangen. So ist nicht verwunderlich, dass fast jedes dritte Foto von Myanmar Mönche zeigt. 🙂

… wo Betelkauen schon fast Volkssport ist. Wo auch immer man sich in Myanmars Städten bewegt, überall läuft man Gefahr in eine der unzähligen wässrig-roten Pfützen zu treten, die aussehen wie kleine Blutlachen und von den Betelkauern stammen. Spricht man v.a. Männer auf der Straße an, kommen einem nicht selten Szenen wie aus einem schlechten Horrorfilm in den Kopf: Gerötete Augen, blutrot gefärbte Zähne und zurückgebildetes Zahnfleisch sind die klassischen Erkennungsmerkmale eines Betelkauers…

… wo hellhäutige Touristen eine totale Attraktion sind. Ungewöhnlich war bis zum Schluss, dass so viele Einheimische mit uns Fotos machen wollten. Seit die Menschen in Burma Handy und Co. entdeckt haben, sind sie nicht mehr vom Fotografieren abzuhalten. Hätten wir Geld dafür verlangt, so wären wir jetzt reich – ganz klar! 🙂

… wo man lieber Heute als Morgen hingeht. Noch vor wenigen Jahren galt Myanmar als Geheimtipp unter Reisenden. Das Land war nicht einfach zu bereisen, fehlte doch an vielen Stellen die touristische Infrastruktur. Durch die Öffnung des Landes strömen seit einigen Jahren immer mehr Touristen nach Myanmar, weshalb man sich beim Besuch der Hauptattraktionen (z.B. Bagan oder Inle Lake) wünscht, vor 10 Jahren hier gewesen zu sein. Doch durch den wirtschaftlichen Aufschwung, den die Öffnung Myanmars mit sich bringt, verbreitet sich allmählich auch eine grosse Euphorie im Land, die man förmlich greifen kann und welche dieses Land mit seinen tollen Menschen so einzigartig macht. Zudem vereint Myanmar Traumstrände, eine weltweit einzigartige Dichte von Tempeln und Pagoden und eine allgegenwärtig gelebte, aber nicht aufdringliche Religiosität in sich.

Packt also eure Koffer – und ab nach Myanmar!

Comments are closed.